Männergesangverein verwöhnt Zuhörer beim Jahreskonzert

Dass er sich seit dem vergangenen Jahr im Chorverband Nordrhein-Westfalen
„Leistungschor" nennen darf, stellte der Männergesangverein (MGV) Cäcilia 1877 Braunsrath bei seinem Jahreskonzert selbst unter Beweis und räumte jeden noch so kleinen Zweifel daran eindrucksvoll aus dem Weg.
„Oper, Musical und Moderne" hatte er sein Programm überschrieben, das Stücke aus drei Genres enthielt und von drei Protagonisten auf die Bühne gebracht wurde: dem MGV selbst, der Gesangssolistin Karen Rettinghaus aus Berlin und dem belgischen Pianisten Gerard Westphal, der den Chor am Klavier begleitete. Dirigent war Jos Vanhommerig.
So weit, so gut, könnte man beim Studium des Programms denken. Erstaunlich jedoch, mit welchem Ideenreichtum der Verein daraus eine Vielfalt zauberte, die in Braunsrath noch lange in Erinnerung bleiben dürfte. Mit einem Paukenschlag, im wahrsten Sinne des Wortes auf der Bühne ausgeführt von Max Laurs, eröffnete der Chor selbst das Programm mit dem Stück „O Fortuna" aus der Carmina Burana von Carl Orff. Sopranistin Karen Rettinghaus, passend in Rot gekleidet, sang „Stetit puella".
„Manchmal schräg, aber das ist gerade die Herausforderung", erklärte Moderator Franz Grefen die beiden folgenden Trinklieder von Harald Genzmer: „Die Gewissheit", hallte es durch den Saal, danach „Solche, die in Schenken sitzen". Am Klavier ging es dann weiter mit Gerard Westphal, der dem Wunsch des Chors gefolgt war, sich auch als Solist in das Konzert einzubringen.
Mit dem „Adagio cantabile" aus der „Sonata pathétique" von Ludwig van Beethoven spielte er einen eindrucksvollen Auftakt. Mit welch atemberaubender Geschwindigkeit er die Tasten beherrscht, sollte sein Publikum in der zweiten Konzerthälfte noch weitaus mehr überzeugen. Westphal brachte ihm das Stück „Asturias" aus der „Suite española" von Isaac Albéniz zu Gehör, dessen Klang Musikfreunden ansonsten eher von der Gitarre bekannt ist.
Karen Rettinghaus verwandelte die Festhalle für ihren nächsten Auftritt zur Opernbühne. Sie sang ihre Rolle nicht nur mit ihrer glockenhellen, klaren und zugleich kraftvollen Stimme. Sie spielte sie auch überzeugend mit „Una voce poco fa" aus dem „Barbier von Sevilla" des Komponisten Gioachino Rossini. Das MGV-Eigengewächs Arnold Schmitz stand ihr nicht nach, als er nach der Arie des Papageno „Der Vogelfänger bin ich ja" ein zweites Stück aus der Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart präsentierte, bei dem ihn Karen Rettinghaus mit ihrer Querflöte begleitete: „Bei Männern, welche Liebe fühlen". Begeisterter Applaus begleitete Arnold Schmitz zurück in die Reihen des Chores, der mit dem Schlusschor aus dieser Oper in die Pause überleitete.
Schon gewohnt auch darstellerisch perfekt brachte Karen Rettinghaus danach zunächst das Lied „Surabaya Johnny" aus dem Musical „Happy End" auf die Bühne. Passend anschließend der Chor mit „Macky Messer" aus der „Dreigroschenoper", ebenfalls von Kurt Weill. Immer noch steigerungsfähig überzeugten Chor und Solistin mit „Gabrielles Song" aus dem Film „Wie im Himmel" von Stefan Nilsson. Ungewöhnlich, da mit Klavierbegleitung, begeisterte der Chor mit dem Lied „Wie kann es sein" von den Wise Guys und dem „Hallelujah" von Leonard Cohen, bei dem ein Quintett aus Chormitgliedern die Verse vortrug.
„Könntest Du doch wieder bei mir sein" aus dem „Phantom der Oper" von Andrew Lloyd Webber und „Summertime" aus „Porgy nBess" von George Gershwin klingen mit der Stimme von Karen Rettinghaus in Braunsrath noch nach, vor allem jedoch ihr drei abschließenden Stücke aus der „West Side Story" von Leonard Bernstein, in drei abwechselnden Besetzungen: „Somewhere" mit Arnold Schmitz und Chor, „I feel pretty" als Solo und „Tonight" quasi als Sahnehäubchen wieder mit dem Chor.
Alle Protagonisten des Abends freuten sich gemeinsam mit ihrem Publikum über die gelungene und professionell präsentierte Musikmischung.
Von: Anna Petra Thomas , Heinsberger Zeitung vom 3. Mai 2016

Karen Rettinghaus

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